Französisch-Arabische Verschmelzung
21
November

Französisch-Arabische Verschmelzung

Durch die große Kuppel dringt vereinzelt Licht auf das Kunstdorf, das Stahlnetz wirft Formen auf die Gebäude, das glasklare Wasser zwischen den Gebäuden glitzert in der Sonne. Die türkisen Wasserstraßen im Museumskomplex erinnern leicht an Venedig. Wandert der Blick nach oben, wirken die Stahlstreben wie ein Blätterdach, schützend über den wertvollen Kunstwerken. Die schneeweißen Wände der 55 Gebäude blenden in der Sonne, aus der Ferne wird die beleuchtete Kuppel wie ein unbekannter Planet am Horizont.

Abu Dhabi ist eine Faszination für sich, innerhalb von nur fünfzig Jahren wurde die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate aus dem Nichts erbaut. Heute ist es eine moderne Großstadt, die den Grundriss Manhattans imitiert. Auch die Skyline ist schier beeindruckend. Nach einer Planungs- und Bauzeit von insgesamt zehn Jahren erweitert das Louvre Abu Dhabi die Skyline der Stadt. Erstmals am elften November hat es seine Pforten für Besucher geöffnet. 

Die Architektur verzaubert und besticht den Betrachter mit Minimalismus und Moderne, von Protz ist nichts zu sehen. 

Der französische Architekt Jean Nouvel hatte freie Hand in seiner Schöpfung, ihm wurden für die Planung und den Bau des Museumskomplexes keinerlei Budgetgrenzen gesetzt. 

Als neues kulturelles Wahrzeichen der Stadt liegt das Gebäude an der Küste. 

Seinen berühmten Namen hat es einer kulturellen Kooperation zwischen Abu Dhabi und Frankreich zu verdanken, die schon seit 2007 besteht. In diesem Rahmen verleiht Frankreich für fast eine Milliarden Euro den Namen des Musée de Louvre in Paris für eine Laufzeit von dreißig Jahren. Kritiker sehen in der Eröffnung das Ende der Freiheit für Kunst, ein Besuch ist das Museum aber allemal wert.

Plaza Louvre Abu Dhabi Photography Roland Halbe Louvre AbuDhabi bei Nacht beleuchtete Kuppel

In über fünfzig Gebäuden zeigt das Louvre Abu Dhabi auf 6400 Quadratmetern über 620 Ausstellungsobjekte. Es ist damit eines der größten Kunstmuseen der Welt. 

Die meisten Ausstellungsstücke sind in Glasvitrinen für die Besucher veranschaulicht, viele von ihnen werden kunstvoll angeleuchtet.  

Der Rundgang folgt einer zeitlichen Chronologie aus zwölf Kapiteln, Kunstwerke aus aller Welt führen die Besucher durch Antike, Mittelalter und zum Schluss durch die Gegenwart. Einige der Objekte stammen aus Frankreich, sind dem Deal der beiden Länder zu verdanken, der über die Ausleihe des berühmten Namens auch Leihrechte aus dreizehn französischen Museen beinhaltet. 

Die erste Sonderausstellung startet am 21. Dezember, sie erzählt die Geschichte seines Namensgebers - des Pariser Musée de Louvre im 18. Jahrhundert. 

Wir sind begeistert: Das Louvre Abu Dhabi spiegelt die Mentalität dieses Landes wieder. Spektakuläre Architektur an Orten, an denen vor wenigen Jahrzehnten noch keine menschliche Zivilisation denkbar war. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wird nie gekleckert, sondern geklotzt. Wenn etwas entsteht, dann richtig. Die ganze Welt soll davon reden. Das Land hat das höchste Gebäude der Welt, beeindruckende Skylines und verzaubernd kombinierte Bauarten zu bieten. 

Eine Reise nach Abu Dhabi ist spannend. Mit der Landung in der Hauptstadt, taucht man in eine andere, völlig neue Welt ein. 

Nicht nur der Besuch des neuen Museumskomplexes lohnt sich, in der gesamten Stadt gibt es für Reisende viel zu entdecken und zu erkunden. 

Von uns gibt es einen Daumen nach oben!