Wie feiert man eigentlich Weihnachten in...?
11
Dezember

Wie feiert man eigentlich Weihnachten in...?

Weihnachten sieht auf allen Teilen der Welt anders aus. Jedes Volk entwickelt mit der Zeit eigene Traditionen und Bräuche, eigene Geschichten und Sagen rund um das Weihnachtsfest. Wir haben für Euch die interessantesten Bräuche auf der Welt einmal zusammengestellt. Manche sind ganz schön verrückt! Aber wie sieht es bei uns eigentlich aus? Nikolaus und Knecht Ruprecht kommen am sechsten Dezember, teilen die Kinder in artig und unartig. Geschenke gibt es am Abend des 24. Dezembers. Am sechsten Januar kommen Sternsinger in Vertretung der Heiligen Drei Könige und segnen die Häuser. So weit so gut. Und in anderen Ländern?

Österreich

Traditionell verbreitet Krampus, der böse Komplize des Nikolaus, in der ersten Dezemberwoche Angst und Schrecken in Österreich. Der Kinderschreck hat ein verzerrtes Gesicht, Hörner und dunkle Kleidung. Laut einer Sage zieht er über das Land, fängt unartige Kinder ein und steckt sie in seinen Sack. Meist junge Männer verkleiden sich jedes Jahr Anfang Dezember als Krampus und erschrecken die Leute in den Dörfern mit Ketten und Glocken. 

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Tschechien

In Tschechien wird Heiligabend zum Hochzeitsorakel. Ledige Frauen pflegen den Brauch, sich nebeneinander mit dem Rücken zur Haustür aufzustellen und einen ihrer Schuhe nach hinten über die Schulter zu werfen. Dieser Brauch soll Erkenntnisse über die persönliche Zukunft liefern. Landet der Schuh mit seiner Spitze zur Tür, steht eine Hochzeit bevor. Zeigt der Absatz dorthin, muss die Betroffene noch etwas auf ihren Traummann warten. 

 

Irland

In Irland geht es an Heiligabend gemütlicher zu. Dort gucken Familien in der Regel sehr viel Fernsehen. Die Einschaltquoten liegen an diesem Tag höher als in einer durchschnittlichen Jahreszeit. Heiligabend ist in Irland also der quotenträchtigste Tag des Jahres. 

 

Island

In Island funktioniert die Bescherung etwas anders. Statt an Heiligabend alle Geschenke auf einmal auszupacken, beginnt das Schenken traditionell schon dreizehn Tage vorher. Island wird nämlich jedes Jahr ab dem elften Dezember von dreizehn Trollen besucht. Diese spielen jeden Tag kleine Streiche, verstecken aber nach und nach auch immer mehr Geschenke in den Häusern der Isländer. Die übersetzten Namen geben Hinweise auf die Streiche, die der jeweilige Troll am liebsten spielt. Unartigen Kindern legen die kleinen Trolle übrigens faule Kartoffeln unter das Bett. 

 

Norwegen

In Norwegen gibt es einen besonderen Weihnachtsbrauch: Viele Familien verstecken einen Besen in ihrem Haus. Diese Tradition hat sich entwickelt, weil alte Sagen davon berichten, dass am Weihnachtsabend Hexen und böse Geister umher schleichen und auf der Suche nach Besen sind, auf denen sie reiten können. Auch heute noch ist der Brauch in Norwegen weit verbreitet.

 

Venezuela

In Venezuela wird es zur Weihnachtszeit sportlich: Eine Woche vor Heiligabend beginnen die Einheimischen auf Rollschuhen zur Kirche zu fahren. Dieser Brauch ist so beliebt, dass in dieser Zeit die Straßen für Autos gesperrt werden, damit alle unbeschadet beim Gottesdienst ankommen. An Heiligabend gibt es dann bei den meisten ein traditionelles Gericht: Tamales. Das sind gedämpfte, mit Fleisch gefüllte Rollen aus Maisteig. 

 

Karibik

In der sonnigen Karibik gehen die Menschen auf die Straße, um Weihnachten zu feiern. Auf fast allen Karibikinseln bestehen die Weihnachtsbräuche aus einer Mischung der uns bekannten Traditionen und einer Art Karneval. 

In Saint Vincent beispielsweise wird das „Nine Mornings Festival“ gefeiert. Dabei kommen die Menschen zwischen dem 16. und 24. Dezember noch vor Sonnenaufgang auf die Straße, tanzen und feiern. Es werden Konzerte gespielt, Chöre stehen am Straßenrand und performen, an Verkaufsständen können einheimische Leckereien gekauft werden. 

In der Dominikanischen Republik stellen die Menschen am sechsten Januar für die vorbeiziehenden Heiligen Drei Könige ein Glas Wasser, Stroh und Zigaretten vor die Tür, um diese gütig zu stimmen. Meistens gibt es dort auch erst am Tag der Heiligen Drei Könige die Bescherung. 

Auch auf den Bahamas wissen die Bewohner zu feiern: Dort macht die Karnevalsparade am Junkanoo dem Karnevalsumzug in Rio Konkurrenz. 


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Dänemark

In Dänemark zelebrieren die Menschen den heiligen Abend mit einem köstlichen Mahl. Im Mittelpunkt steht hierbei ein Reis-Dessert. Und dieses Dessert birgt eine Überraschung: Nur eine einzige Mandel wird bei der Zubereitung in den Nachtisch gegeben. Wer der Glückliche ist, der die Mandel in seiner Schüssel findet, den erwartet ein friedvolles und gutes nächstes Jahr.